Kröten & Frösche

Nicht nur im Frühling interessante Motive

Den Grasfrosch habe ich auf seiner Wanderung zum Laichgewässer porträtiert. Ich legte mich dazu auf den Boden und ließ ihn auf mich zukommen. Ein Winkelsucher erlaubte die extreme Froschperspektive.

90 mm | Kleinbild-Dia | 1/125 sek | f/4 | ISO 100

Die heimische Amphibien-fauna ist zwar nicht sehr artenreich, aber dennoch erfüllen die Frösche und Kröten eine wichtige Aufgabe in vielen Lebensräumen – nicht nur im Wasser. Schließlich verbringen viel Arten nur die kurze Fortpflanzungsphase im Wasser. Den Rest des Jahre gehen sie in Gärten, Wäldern, Parks, auf Brachflächen und natürlich auch in Sümpfen und Mooren auf die Jagd – meist nachts und daher für viele Menschen unsichtbar.

Frösche lauern in den Uferbereichen auf unachtsame Insekten, und insbesondere Libellen gelten ihnen als wahrhaft fette Beute. Im Sommer findet man in der Regel die sogenannten Grünfrösche am und im Wasser. Diese sind auch verantwortlich für die Froschkonzerte, die, an Gartenteichen vorgetragen, schon für so manchen Nachbarschaftsstreit gesorgt haben und daher immer wieder Gerichte beschäftigen. Einige Wochen früher suchen die deutlich stilleren Braunfrösche – zu ihnen gehört der sehr häufige Grasfrosch, der Spring- und der Moorfrosch – die Gewässer auf, um abzulaichen. Gleichzeitig sind auch die aufgrund ihrer rauen, warzigen Haut leicht erkennbaren Erdkröten im Wasser anzutreffen. Diese erste Laichsaison kann durchaus schon Ende Februar beginnen und ist spätestens im April abgeschlossen. 

Reizvoll ist es natürlich immer, auch Porträts der Amphibien zu machen. Ich benutze dazu meist ein 135-mm-Teleobjektiv mit einem dünnen Zwischenring. Das sorgt für einen ausreichenden Abstand. Ein möglichst tiefer Aufnahmestandpunkt ist bei Amphibienbildern fast immer zu empfehlen.

135 mm + 12-mm-Zwischenring | Kleinbild-Dia | 1/125 sek | f/4 | +0,67 LW | ISO 100 | Stativ

Auge in Auge
An den Laichgewässern treten Braunfrösche und Erdkröten oft in großer Zahl auf. Man muss sich den im Wasser befindlichen Tieren sehr langsam und vorsichtig nähern, um sie nicht zu erschrecken. Aus gutem Grund sind sie sehr scheu, denn Feinde lauern überall. Für interessante Bilder begebe ich mich meist sehr tief hinunter, lege mich in der Regel ans Ufer des Teiches (die Hemmschwelle, sich so richtig einzusauen, sollte dabei sehr niedrig sein, denn an feuchten Märztagen kann das durchaus einem Schlammbad gleichkommen). Meist schafft man es nicht, sich so unbemerkt anzuschleichen, dass die Tiere sitzen bleiben. Dann heißt es einfach warten. Nach kurzer Zeit schon tauchen die ersten Augen wieder über der Wasseroberfläche auf. Dann gilt es allerdings, sehr langsam zu agieren, um die Frösche nicht erneut in die Flucht zu schlagen. Für Aufnahmen auf Augenhöhe hat sich auch dabei ein Winkelsucher bewährt. Damit kann man die Kamera praktisch direkt über der Wasseroberfläche halten, ohne selbst ganz ins frühlingshaft frische Nass rutschen zu müssen.

Entscheidend für die Wirkung des Bildes ist der tiefe Standpunkt. Hier liegt die Kamera direkt auf dem Boden und das Objektiv ist leicht nach oben gerichtet. Zudem habe ich die Blende des 90 mm-Makroobjektivs ganz geöffnet. So ist im wesentlichen das Auge scharf abgebildet und dominiert daher das Bild. Das Umfeld verschwimmt in Unschärfe, ist aber dennoch ganz gut erkennbar und zeigt den Kontext.

90 mm | Kleinbild-Sensor | 1/20 sec | f/2,8 | +0,67 LW | ISO 800

Geduldiges Modell
"Wald" war das Thema eines Workshops, den ich in Zingst leitete. Alle Teilnehmer befassten sich mit den alten Bäumen im Darßwald. Einer entdeckte dann aber eine Kröte und flugs wendete sich die gesamte Aufmerksamkeit dem Tier zu. Das ließ sich nicht beirren, saß wohl mehr als eine halbe Stunde unter einer Wurzel und saß geduldig Modell, als sich nach und nach einer Teilnehmer nach dem andern vor der Kröte flach auf den Waldboden legte und versuchte sie möglichst überzeugend ins Bild zu setzen. Nachdem die Fotosession abgeschlossen war, hüpfte die Erdkröte gemächlich davon. 

 

Ganz in Blau. Manchen Laubfröschen fehlt das gelbe Pigment, anstatt grün sind sie dann blau. Diesen hier fand ich im Queller in der Camargue und fotografierte ihn auf Augenhöhe mit einem 90-mm-Makroobjektiv.

90 mm | Kleinbild-Dia | 1/250 sek | f4 | ISO 100

Laubfrösche 
Sonnige, offene Gewässer sind in manchen Gegenden auch von Laubfröschen besiedelt. Sie findet man im Frühjahr und Sommer dann allerdings tagsüber selten im Wasser, sondern eher in der Randvegetation. Insbesondere Brombeerhecken erfreuen sich bei Laubfröschen größter Beliebtheit, und so lohnt es, auf den Brombeerblättern in der Nähe geeigneter Gewässer nach den kleinen, gänzlich grünen Fröschen Ausschau zu halten. Zuweilen findet man unter all den grünen Laubfröschen auch mal einen himmelblauen. Vermutlich jeder tausendste Laubfrosch hat diese „Macke“. Ihm fehlt das gelbe Farbpigment (wir erinnern uns: Gelb plus Blau ergibt Grün), und daher schimmert er in zartem Blau. In Regionen mit sehr hoher Laubfroschdichte, wie beispielsweise der Camargue in Südfrankreich, ist die Chance, solche „Bläulinge“ zu treffen, natürlich größer als hierzulande. Nur dort hatte ich bislang auch das Glück, welche anzutreffen.

Froschpyramide. Das Bild entstand im Wassergraben der das Lowengehege im Allwetterzoo Münster umgibt. Dort halten sich im Sommer immer zahlreiche Frösche auf. Problematisch ist allerdings, dass die Frösche unten m Graben sitzen, der Fotograf aber etwa drei Meter über der Wasseroberfläche steht. Ein langbrennweitiges Teleobjektiv sorgt in diesem Fall dafür, dass die Perspektive günstiger erscheint, als sie war.

400 mm | APS-C-Sensor | 1/320 sec | f/8 | -0,33 LW | ISO 400 | Stativ

Scheue Grüne
Wasserfrösche sind den ganzen Sommer über in Gewässern anzutreffen und sie machen über viele Wochen vor allem nächtens lautstark auf sich aufmerksam. Gartenteichbesitzer ziehen sich mit einer Wasserfroschpopulation schnell den Unmut der Nachbarschaft zu, die sich über Schlafmangel aufgrund des lautstarkem Froschkonzerts beklagt. Fotogen sind die grüne Hüpfer gleichwohl, allerdings auch scheu. Kein Wunder, denn natürliche Feinde haben sie reichlich: Storch, Reiher, Hecht sind nur drei davon. Entsprechend schwer haben es Fotografen die Frösche vor die Linse zu bekommen. Ein langbrennweitiges Teleobjektiv ist eine Option.