Das Dörr Tele Zoomobjektiv 8,3-16/420-800 mm

Beispielbilder zum Beitrag in NaturFoto 12-2014

Canon EOS 50D | Dörr Tele Zoomobjektiv 8,3-16/420-800 mm | 800 mm | 1/640 sec | ISO 400

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich betrachte das gerade mal 200 € teure Riesenzoom keinesfalls als ernsthafte Alternative zu Objektiven wie den 150-600 mm-Zooms von Tamron oder Sigma. Dennoch fand ich es interessant, zu untersuchen, was so ein extrem einfach konstruiertes (4 Linsen/2 Gruppen) Zoom zu leisten vermag. Aufgrund der geringen Lichtstärke und dem fehlenden Autofokus, eignet es sich im Grunde allenfalls für statische Motive. Fliegende Vögel wird man damit kaum abbilden wollen. 

Das Bild der Schwäne im Gegenlicht, bei Zingst aufgenommen zeigt denn auch eine relativ deutliche Unschärfe am linken Bildrand. In der Bildmitte allerdings und auch im rechten Bildbereich ist die Schärfe passabel. 
 

 

Canon EOS 5D MkIII | Dörr Tele Zoomobjektiv 8,3-16/420-800 mm | 700 mm | 6 sec | +0,67 LW | ISO 100

Dank einer Naheinstellgrennze von deutlich unter zwei Metern eignet sich das Dörr-Telezoom durchaus als "Makroobjektiv". Bei diesem Motiv macht sich die Randunschärfe praktisch kaum bemerkbar. Dank der kreisrunden Blendenöffnung (das Objektiv besitzt keine verstellbare Lamellenblende) ergibt sich im unscharfen Bereich eine schöne, weiche Zeichnung. Die Schärfe im zentralen Bereich ist zufriedenstellen.
 

 

Canon EOS 5D Mk III | Dörr Tele Zoomobjektiv 8,3-16/420-800 mm | 800 mm

Am Bild des Testcharts wird deutlich, dass das Objektiv an der "Vollformatkamera bei 800 mm deutlich vignettiert – und zwar ungleichmäßig. Bis etwa 750 mm aber bleibt die Vignettierung unaufällig

 

Canon EOS 50D | Dörr Tele Zoomobjektiv 8,3-16/420-800 mm | 800 mm

Ander Kamera mit APS-C-Sensor ist zwar auch noch ein Schärfeabfall zum Rand zu beobachten, naturgemäß fällt der aber deutlich geringer als an der Vollformat-Kamera aus. Zudem ist auch keine Vignettierung zu erkennen.

 

Fazit

Das Ergebnis überrascht nicht wirklich und mag all denen ein Trost sein, die ein teures Telezoom besitzen. Das Dörr-Telezoom bietet zwar einen imposanten Brennweitenbereich, allerdings bei sehr geringer Lichtstärke und mit einer äußerst ungleichmäßigen Schärfeverteilung. Mit 732 Gramm ist es allerdings ein echtes Leichtgewicht und könnte so für Naturbeobachter interessant sein, denen es nicht auf hohe Bildqualität, sondern vielmehr auf die Dokumentation zum Beispiel scheuer Tiere ankommt. Interessant sind die Optionen, die das Objektiv im Nahbereich bietet. Da ist durchaus Potenzial für kreative Fotografen, das manchem vielleicht die 200 € wert sein mag.