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Ein geheimnisvoller Wald

Der Taï-Nationalpark in Côte d’Ivoire

Das westliche Afrika macht häufig mit Katastrophen-Meldungen Schlagzeilen. Marode Staatsgebilde, Bürgerkriege und Ebola sind durchaus gute Gründe, Vorbehalte zu entwickeln und sicher auch Ursachen für den in weiten Teilen der Region ziemlich spärlichen Tourismus. Es lohnt sich aber, die Länder im Einzelnen zu betrachten, denn einige lassen sich durchaus mit überschaubarem Risiko bereisen. Côte d’Ivoire – die Elfenbeinküste – ist solch ein Land. Vor einigen Jahrzehnten noch als »Schweiz« Afrikas gerühmt, haben auch hier politische Wirren und Bürgerkriege Spuren hinterlassen. Seit 2007 aber herrscht weitgehend Frieden. Vor allem im Westen äußerst schlechte Straßen und in einigen Teilen des Landes mangelhafte Infrastruktur fordern zwar eine gewisse Leidensfähigkeit von Reisenden, wer aber ungern ausgetretene Pfade geht, offen für Neues ist, bekommt hier einiges geboten. 

Der Taï-Nationalpark

Die Schimpansen im Taï-Nationalpark haben unter anderem gelernt, mit Steinen die Schalen besonders harter Nüsse zu knacken. So erschließen sie sich eine ohne Werkzeugeinsatz nicht zugängliche Nahrungsquelle.

Zum Beispiel den Taï-Nationalpark. Der liegt im äußersten Südwesten der Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) ist Gegenstand meines im Anfang 2017 begonnenen Projekts. Das zusammen mit angrenzenden Schutzzonen insgesamt 5.500 Quadratkilometer große Gebiet des Parks ist UNESCO-Weltnaturerbe und umfasst den größten noch verbliebenen Rest des westafrikanischen Regenwaldes. Es ist Heimat einer stabilen Schimpansen-Population, die eine charakteristische Werkzeug-Kultur entwickelt hat.

Gewaltige Baumriesen prägen den Regenwald des Taï-Nationalparks. Steht man vor den oft mehrere Meter hohen Brettwurzeln eines solchen Giganten, fühlt man sich winzig.

Eine Gruppe wurde von Mitarbeitern des Max-Planck-Institutes für evolutionäre Anthropologie unter Professor Christophe Boesch über viele Jahre habituiert, das heißt behutsam an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt. Seit vier Jahrzehnten erforschen Boesch, seine Frau Hedwige sowie die Mitarbeiter des Instituts mittlerweile das Verhalten der Taï-Schimpansen und fördern dabei immer wieder neue, faszinierende Erkenntnisse zu Tage. Charakteristisch für die uns in vielem geradezu erschütternd ähnlichen Menschenaffen ist der Gebrauch von Werkzeugen, mit denen sie unter anderem Nüsse knacken. Hier bietet sich also die besondere Gelegenheit, tiefe Einblicke in den Alltag unseren nächsten Verwandten zu gewinnen – wenn sie es denn zulassen…

Neben den Schimpansen aber ist der Wald an sich die größte Attraktion. Baumriesen von kaum vorstellbaren Dimensionen, eine vor allem nachts überwältigende Geräuschkulisse machen jeden Streifzug durch den unberührten Regenwald zum Erlebnis.  


Mein Projekt Taï

Das Ziel: Ein umfassendes Porträt

Auch die Menschen, die am, im und vom Wald leben, ihre Kultur und ihren Alltag möchte ich im Rahmen des Projekts porträtieren.

Im Laufe der kommenden Jahre habe ich vor, das Gebiet noch mehrfach besuchen und mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln ein möglichst umfassendes Bild des Taï-Nationalparks zeichnen. Fotos, Videos, Tonaufnahmen und Texte sollen dann einen intensiven und möglichst umfassenden Eindruck von diesem ebenso bemerkenswerten wie bedrohten Wald vermitteln. Dabei stehen nicht allein die Schimpansen im Mittelpunkt der Betrachtung. Die Tier- und Pflanzenwelt ist – typisch für Regenwälder – immens arten- und formenreich und auch die im und am Rande des Waldes lebenden Menschen sollen in diesem am Ende möglichst vielschichtigen Porträt eine bedeutsame Rolle spielen.

Die Guides, die tagtäglich im Wald unterwegs sind, werden mit Olympus Tough-Outdoorkameras ausgestattet. So werden sie künftig interessante Beobachtungen direkt fotografisch und mit dem entsprechenden geo-Tag versehen dokumentieren können.

Ein Teilaspekt des Projektes ist die Unterstützung der wissenschaftlichen und naturschützerischen Arbeit vor Ort. So stelle ich einen großen Teil des entstehenden Bild- und Videomaterials der ivorischen Nationalparkbehörde OIPR (Office Ivoirien des Parcs et Réserves) sowie der Wild Chimpanzee Foundation zur Verfügung. Zudem ist es mir gelungen den Kamera-Hersteller Olympus für das Projekt zu begeistern. Die haben mir eine größere Zahl ihrer Tough-Outdoorkameras zur Verfügung gestellt. Damit wollen wir die Guides ausstatten, die täglich im Wald und auch mit den Schimpansen unterwegs sind. Mit diesen Kameras werden sie permanent auftretende Besonderheiten in Bildern mit GPS-Tag dokumentieren und so auch die Arbeit der Forscher unterstützen. Zudem leidet der Taï-Nationalpark, wie die meisten afrikanischen Regenwaldgebiete, in einigen Bereichen stark unter Wilderei. Hier kann die Möglichkeit der mit den robusten Kameras unmittelbaren fotografischen Dokumentation hoffentlich einen kleinen Beitrag leisten, Schuldige zu ermitteln und so diese, die Tierbestände massiv bedrohenden Verbrechen zu bekämpfen.   


Der Taï-Nationalpark liegt im Südwesten der Côte d’Ivoire und ist mit einer Fläche von rund 5500 Quadratkilometer der größte zusammenhängende Regenwaldrest in Westafrika. Er befindet sich direkt an der Grenze zum Nachbarland Liberia.

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